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Erste Woche in Lomé

Autor: Hanna | Datum: 13 September 2017, 20:15 | 0 Kommentare

 Schon lange habe ich mich auf die Zeit in Togo gefreut, nur kam mir die Abreise immer noch sehr weit weg vor. Doch jetzt ist es tatsächlich schon eine Woche her, dass Laura und ich in Lomé, Togos Hauptstadt gelandet sind. Abgesehen davon, dass am Bremer Flughafen mein gesamtes Handgepäck aufgrund eines "mysteriösen" Buches auseinandergenommen wurde und wir deshalb so spät waren, dass wir per Durchsage zum Boarding aufgerufen wurden, lief beim Flug alles wie geplant ab. Als wir gegen 12 Uhr deutscher Zeit in Lomé landeten und aus dem Flugzeugfenster im Dunkeln schon die vielen hellen Lichter der Stadt erkennen konnten, waren wir schon sehr gespannt darauf, was uns nun erwarten würde.

Nachdem es auch bei der Zoll & Visa Kontrolle zu keinerlei Problemen kam, wartete draußen Emmanuel Amega auf uns. Er ist der Hauptbuchhalter der Eglise Evangélique du Presbytérienne (EEPT) und hat während unserer ersten Woche in Lomé viel für uns organisiert. Untergebracht sind wir hier auf dem Gelände der EEPT, was im Viertel Nyekonakpe liegt. In den ersten Tagen waren wir hier viel zu Fuß unterwegs, um uns die Gegend anzuschauen und ein paar Besorgungen zu machen. Das war wirklich sehr interessant, weil es unglaublich viel zu sehen gibt und Vieles sehr anders ist als wir es gewohnt sind. Die Straßen sind sehr belebt, es gibt überall kleine Marktstände und viele Straßenverkäufer. Es riecht oft nach Benzin aber auch nach gutem Essen.

 Das Haupttransportmittel sind hier Motorräder, von denen hier sehr viele auf den Straßen unterwegs sind. Eingekauft wird hauptsächlich auf dem Markt, wo wir beispielsweise auch unsere togolesischen SIM- Karten gekauft haben. Wir waren erst etwas überrascht, als Emmanuel am Straßenrand anhielt und plötzlich ein Mädchen angelaufen kam, und aus dem geöffneten Autofenster heraus unsere Handys einsammelte und damit zu ihrem kleinen Stand lief. Aber nur ein paar Minuten später kam sie damit zurück - et voilà das Internet funktionierte bestens!

Wir haben hier auch schon viele nette Leute kennengelernt, auch wenn die Verständigung auf Französisch noch etwas schleppend läuft. Daran sollten wir wohl noch etwas arbeiten. Wir haben  recht viel Zeit mit Noemie und Samuel, einem Pärchen aus der Schweiz, verbracht, die hier ebenfalls ein Jahr in der Entwicklungshilfe gearbeitet haben und uns schon viel über das Leben hier in Togo erzählen konnten. Da die beiden diese Woche wieder nach Hause geflogen sind, gab es am Freitag noch eine kleine Abschiedsfeier, auf der  wir viele nette Leute kennengelernt haben.

 Vor allem mit den Leuten in unserm Alter konnten wir uns sehr gut auf Englisch unterhalten, was zur Abwechslung wirklich mal sehr angenehm war. Alle waren sehr freundlich und aufgeschlossen uns gegenüber, eine Frau setzte uns sogar ihr Baby auf den Schoß, um sich besser bewegen zu können. Es wurde viel getanzt und schon bald wurden auch Laura und ich dazu aufgefordert.  Unser Lehrer war ziemlich motiviert und auch wenn das Ergebnis nicht gerade perfekt war, schien er sich sehr darüber gefreut zu haben, dass wir es wenigstens versucht haben.

Am Sonntag haben wir dann unseren ersten Gottesdienst hier miterlebt, für den uns Emmanuels Frau Therese extra ein traditionelles Kleid aus buntem Stoff geschneidert hat. Es wurde viel gesungen und Musik gemacht. Es gab einen großen Chor, der auch getanzt hat und eine Bläserband. Auf Emmanuels Wusch hin, habe ich auch noch ein Lied gespielt, denn er hatte netterweise von irgendwem ein pinkes Saxophon für mich ausgeliehen.

 Als dann am Ende alle für die Kollekte aufgestanden sind, war uns erst nicht klar in welcher Reihenfolge man dafür nach vorne geht. Samuel konnte uns das jedoch im Nachhinein erklären. Es gehen jeweils die Leute, die am selben Wochentag Geburtstag haben, gemeinsam nach vorne. Der Geburtstag hat hier nämlich eine besondere Bedeutung. Neben der Amtssprache Französisch wird hier sehr viel Ewe, eine einheimische Sprache gesprochen. Jeder hat einen zusätzlichen Ewe Namen, der davon abhängig ist, an welchem Wochentag man geboren wurde.

Da Laura und ich beide an einem Mittwoch geboren wurden heißt sie „Akuga“ (großer Mittwoch) und ich „Akuwi“ (kleiner Mittwoch).

Nachdem der Gottesdienst zu Ende war, sind wir dann nachmittags noch mit den beiden Schweizern zum  „Palais du Congress du Togo“ gefahren. Dort fand  ein ziemlich großes Konzert statt, bei dem unzählig viele verschiedene Chöre aufgetreten sind. Das Ganze hat dementsprechend auch mehr als 4 Stunden gedauert, aber es war wirklich sehr interessant zu sehen, wie viele verschiedene Musikstile hier in Togo gehört werden. Es wurden viele traditionelle Stücke aufgeführt und dazu getanzt, aber es wurde auch  gerappt und Operetten gesungen. In der einen Band war sogar ein Priester dabei, der in seinem weißen Talar singend über die Bühne tanzte und dafür einen riesen Applaus erntete.

So viel erst mal zu meiner ersten Woche in Togo, die mir wirklich sehr gut gefallen hat!

Bald  geht es  für uns dann weiter nach Notsé zu unserer Einsatzstelle, auf die ich auch schon sehr gespannt bin.  

Liebe Grüße Hanna