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Halbzeit

Autor: Hanna | Datum: 25 Februar 2018, 22:48 | 0 Kommentare

 

Ende Februar- nun sind tatsächlich schon über 6 Monate vergangen, seitdem ich mich im August mit Laura an meiner Seite in das weitentfernte Togo aufgemacht habe. Inzwischen ist mir hier vieles sehr vertraut und die Leute sehr ans Herz gewaschen, so dass ich ungern daran denke, dass die Hälfte meines Freiwilligenjahres bereits hinter mir liegt.

 Natürlich hat sich bei uns inzwischen auch eine Art Alltag eingestellt, so dass (anders als in den ersten Monaten) nicht jeden Tag etwas völlig Neues und Unerwartetes passiert. Dennoch ist selten ein Tag wie der andere, da man vorher nie genau weiß, ob man den Nachmittag zur freien Verfügung haben wird, um zum Beispiel auf dem Markt Essen einzukaufen oder endlich mal wieder seine Wäsche zu waschen, oder ob nicht plötzlich wieder 8 unangekündigte Gäste vor der Tür stehen.

 Aber das ist hier so üblich, dass man einfach ohne Ankündigung bei seinen Freunden vorbeischaut. Das mag daran liegen, dass Gastfreundschaft bei den Togoern großgeschrieben wird und es als ganz selbstverständlich gilt, dass man seine Gäste nicht mit leeren Magen wieder nach Hause gehen lässt. Wir können leider meist nur mit solchen simplen „Gerichten“ wie Spaghetti und Couscous mit Avocado dienen, aber dafür wird uns netterweise beim Kochen manchmal von einer Freundin unter die Arme gegriffen.  

Die Jungs aus der Nachbarschaft, die nahezu täglich für 2-3 Stunden vorbeikommen,  interessieren sich zwar auch sehr fürs Kekse und Kuchenbacken, aber ansonsten wir unser Esszimmer oft in ein Tanzstudio umfunktioniert, um diverse Tänze einzuüben. Die Vorlagen für die jeweilige Choreographie schauen sie sich vorher in den zu den Liedern gehörigen Videoclips an, die sich die Jugendlichen hier per Bluetooth von Handy zu Handy schicken. Für mich ist es nach wie vor nicht immer ganz leicht die jeweiligen Schritte richtig nach zu machen, da es in diesem traditionellem Tanzstil sehr viele Bewegungsabfolgen gibt, die ich so vorher noch nie gesehen, geschweige denn getanzt habe. Gefühlt können hier fast alle gut tanzen, aber wenn man sich die kleinen Kinder anschaut, die von klein auf lernen, sich  zum Rhythmus der Musik zu bewegen,  ist das auch nicht besonderes verwunderlich.

Zumal die Leute hier im Alltag wie auch in der Kirche täglich mit Musik in Kontakt kommen. Dafür ist die Straße, an der wir leben ein perfektes Bespiel. Denn die zwei Läden, die jeweils mit einer großen Lautsprecherbox ausgestattet sind, spielen von morgens um 7 bis abends um 23 immer mit dröhnender Lautstärke, die  angesagtesten Lieder. Da man selbst drinnen bei uns im Haus jedes Wort versteht, was draußen gespielt wird, ging uns das die ersten Wochen nach unserer Ankunft ziemlich auf die Nerven.  Das zu muss man sagen, dass in Dauerschleife meist die gleichen Lieder gespielt werden  und die Playlist gefühlt aus weniger als 10 Songs besteht, was für eine ziemlich unabwechslungsreiche  Beschallung sorgt.

Aber inzwischen haben wir uns schon an all diese Geräusche gewöhnt, so dass wir es inzwischen tatsächlich nicht mehr richtig wahrnehmen. Und ob man`s glaubt oder nicht, werde ich vermutlich selbst das vermissen, wenn es in einem halben Jahr wieder nach Hause geht.

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